Digital Finanzen

Raus aus der Spielsucht

Keiner spricht offen darüber, aber viele Menschen in Deutschland sind davon betroffen – Spielsucht!

Gerade die jüngere Generation ist immer häufiger davon betroffen.

Mit dem Glücksspiel anzufangen hat oft verschiedene Gründe: persönliche Probleme, die Gier mehr Geld zu besitzen, Stress auf der Arbeit oder in der Beziehung. Es kann allerdings auch ganz unscheinbar anfangen: Sie begleiten einen Freund oder einen Bekannten zu einem Casinobesuch, schauen sich seine Sportwetten an oder staunen über seinen letzten Lottoschein. Diese anfängliche Begeisterung ist oftmals der Start in eine mögliche Katastrophe.

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Viele Betroffene berichten davon, beispielsweise beim ersten Casinobesuch sofort gewonnen zu haben. Ein tolles Gefühl, nicht wahr? Kurze Zeit später möchte man das Glück erneut herausfordern, hat ja beim ersten Mal auch sofort geklappt, also warum nicht noch einmal? Diese Glücksgefühle, die beim Gewinnen von Geld ausgeschüttet werden, lassen den Gedanken vergessen, dass man sein hart erarbeitetes und verdientes Geld auf Spiel setzt.

Sehr häufig wird man beim zweiten Casinobesuch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das Geld, was man beim ersten Mal gewonnen hat, ist schneller wieder verschwunden als erwartet. An diesem Punkt wird ein weiterer Schalter im Kopf zur Spielsucht umgelegt: Man möchte das verlorene Geld wieder erspielen und zurück haben! Wer hier nein sagen kann, läuft nicht blind ins Verderben. Wer weiter spielt, hat meist schon verloren, bevor das Geld in dem Spielautomaten landet!

Und schon steckt man drin, in der Spielsucht, von der keiner offen redet. Immer öfter fordert man sein Glück herraus. Nach und nach sinkt auch die Hemmschwelle, immer mehr Geld einzusetzen, als man vorher mit sich selbst ausgemacht hat.

Wer den Absprung nicht schafft, geht meistens noch weiter! Man nimmt Kredite bei der Bank auf, leiht sich Geld bei Freunden, Bekannten oder der Familie. Keiner wird sich aber Geld leihen mit der Begründung, mit dem Geld “zocken” zu gehen. Also fangen die Betroffenen an, ihre Familie, Freunde, Bekannte und Partner anzulügen. Mit der Zeit werden die Argumente ausgehen, warum man so “dringend” Geld braucht.

Wer an diesem Punkt angelangt ist, hat nicht nur ein finanzielles Problem, sondern nun auch ein menschliches. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, STOPP zu sagen!

Stellen Sie sich vor, der Spielhallenbetreiber sei Ihr Nachbar. Sie haben beide ein schönes Haus, ein schickes Auto der gehobenen Klasse, eine intakte und glückliche Familie.

Mit jedem Besuch in der Spielhalle nimmt Ihnen Ihr Nachbar nach und nach ein kleines Stück von Ihrem Vermögen ab und macht es zu seinem. Er kauft sich immer wieder ein größeres Auto, während ihres immer kleiner wird. Das wollen Sie sich nicht nehmen lassen, wollen den Verlust in der Spielhalle wieder zurückerobern!

Doch Sie verlieren wieder, und ein Stück Ihres Hauses wird zu seinem.

So wird das immer weiter gehen, bis Sie schließlich nur noch ein Fahrrad besitzen und in einer Wohnung leben, die vom Sozialamt bezahlt wird. Höchstwahrscheinlich wird auch Ihre Beziehung zerstört und bei Ihren Freunden sind Sie wegen der ganzen Lügengeschichten auch unten durch. Ist das das Leben, dass Sie führen möchten?

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Spielen aufzuhören:

  • lassen Sie sich zuerst in allen möglichen Spielhallen Hausverbot erteilen
  • beenden Sie Mitgliedschaften von Online Casinos oder Wettbüros

Nun haben Sie erste Schritte eingeleitet, mit dem Spielen aufzuhören. Doch das allein reicht meistens nicht aus. Der wichtigste Aspekt ist der Schalter im Kopf, den nur Sie selbst umlegen können, wollen und müssen!

Falls Sie bereits Schulden gemacht haben, listen Sie diese genau auf. Machen Sie daneben eine Auflistung Ihrer aller Einnahmen und schauen Sie, wie viel Geld Ihnen monatlich über bleibt, um die Schulden abzuzahlen.

Nun nehmen Sie mit jedem Kontakt auf, bei dem Sie Schulden haben. Jeder wird sich auf eine Ratenzahlung einlassen, bevor diese Firmen und Personen nie ihr Geld zurück erhalten.

Sollten Sie mit dieser Aufgabe überfordert sein, gehen Sie umgehend zur Schuldenberatung!

Wenn nun auch alle Rückzahlungen geklärt sind, setzen Sie sich Ziele, auf die Sie hinsparen möchten: Neuanschaffungen, Urlaub, Freizeitgestaltung.

Die beste Möglichkeit ist, wenn man sich als Zeitvertreib ein Hobby sucht, dass einem vom Spielen ablenkt und abhält. Treten Sie vielleicht mit Freunden in einen bei, gründen Sie eine Hobbymannschaft oder einen Stammtisch. Denn wer seine Freizeit sinnvoll gestaltet, hat gar keine Zeit zum “zocken”.

Wem der Umgang mit Geld schwer fällt, kann sich mit seiner Bank in Verbindung setzen. Es ist möglich, das Abheben von Bargeld pro Tag auf einen bestimmten Betrag einzugrenzen. Das verhindert, dass Sie die Möglichkeit hätten, Unmengen an Geld pro Tag auszugeben (und schon gar nicht mehr für die Spielhalle, sonst können Sie den Rest, den Sie vielleicht noch haben, auch noch Ihrem Nachbarn schenken).

Vielen hilft auch einfach Sport treiben, um körperlich gesünder und attraktiver zu werden. Das muss kein Geld kosten, Sie haben ein Ziel, auf das Sie hinarbeiten und Sie haben langfristig etwas davon.

Wer trotz all dieser Tipps den Absprung zur Spielfreiheit nicht schafft sollte Umgehend eine Suchtberatungsstelle aufsuchen. Es ist nicht selten, dass Betroffene selbst nicht in der Lage dazu sind, den eigenen Schalter im Kopf umzulegen. Diese Beratungsstellen sind anonym, alle haben dort dasselbe Problem und alle wollen zusammen davon los kommen.

Scheuen Sie sich nicht, schämen Sie sich nicht.

Wer sich eingesteht, spielsüchtig zu sein, hat schon einen riesen Vorteil gegenüber Millionen anderer Spielsüchtiger. Setzen Sie einen Schlussstrich und packen Sie das Problem an.

Schnell werden Sie merken, dass Geld sparen schöner ist, als das Geld zu verzocken. Das Geld auf dem Sparbuch wächst, das Geld beim Spielen verpufft schneller als gedacht.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/11928/

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